Handy Flatrate
Innerhalb der letzten Jahre hat sich insbesondere auf dem DSL-Markt ein neuer Trend herauskristallisiert: die Vermarktung von Flatrates. Dieser Trend hat – wie langfristig nicht anders zu erwarten war – seit neuestem auch auf den Mobilfunkmarkt übergegriffen. Neben Flatrates für mobiles Internet werden mittlerweile auch verstärkt sogenannte Handy Flatrate Tarife angeboten. In der Regel gestaltet sich dies wie folgt: Für ein gewisses monatliches Fixum kann der Kunde zu jeder Tages- und Nachtzeit unbegrenzt telefonieren und oftmals auch SMS schreiben. Dabei sollte beachtet werden, dass sich jene Standleitung meist nur auf das eigene, sowie das Festnetz bezieht. Gespräche, die also in anbieterfremde Netze geführt werden, verursachen zusätzliche Kosten.
Einer der ersten Mobilfunkanbieter, die das Konzept der Handy Flatrate übernahmen, war E-Plus. Mit der neu geschaffenen Marke Base sollten verlorengegangene Kunden durch den Reiz unbegrenzten Telefonierens zurückgewonnen werden.
Mittlerweile ist Base weiter ausgearbeitet und stärker differenziert worden, sodass zwischen drei verschiedenen Flatrates zu unterscheiden ist: Base 1 bietet für 15 Euro monatlich eine Standleitung ins deutsche Festnetz; Gespräche und SMS in Mobilfunknetze werden zusätzlich angerechnet. Base 2 entspricht dem ursprünglichen Base: Für monatlich 25 Euro wird eine Flatrate ins Festnetz, zu E-Plus und zu Base geliefert (für Gespräche und SMS); nur Gespräche und SMS in andere Netze schlagen noch zu Buche. Base 5 hingegen liefert eine richtige Telefon-Flatrate. Für 90 Euro im Monat kann unbegrenzt in alle Netze telefoniert werden.
Auch Vodafone ist auf den Flatrate-Zug aufgesprungen: Gegen eine Entgelt von knapp 35 Euro im Monat erhält der Kunde hier eine Standleitung für Gespräche und SMS ins eigene, sowie ins deutsche Festnetz. Einen nahezu identischen Tarif liefert T-Mobile mit dem Max. Zusätzlich wird aber eine Ermäßigung um 10 Euro für 18- bis 25jährige angeboten. Der Max S hingegen ist identisch mit E-Plus‘ Base 1: Für monatlich 15 Euro wird eine Flatrate ins Festnetz angeboten; Gespräche in Mobilfunknetze erhöhen den Rechnungsbetrag.
O2 bietet mit seinen Genion L Tarif ebenfalls eine Standleitung. Gegen einen Fixpreis von 25 Euro monatlich kann nur kostenlos zu O2 und ins Festnetz telefoniert werden. Der Genion XL Tarif orientiert sich hingegen am Base 5: 80 Euro monatlich werden für eine Flatrate für Gespräche in alle Netze verlangt.
Grundsätzlich bieten die Mobilfunkanbieter mittlerweile also ein breites Spektrum an Flatrates, um den verschie-densten Bedürfnissen gerecht zu werden. Unbedingt zu beachten sei aber, dass fast alle Anbieter ihr Flatrates zu den beworbenen Preisen nur ohne subventioniertes Telefon verkaufen. Wer hingegen nicht auf ein gesponsertes Gerät verzichten will, muss in der Regel zehn Euro mehr im Monat bezahlen. Ob sich die Standleitungen dann noch für die breite Masse lohnen, sei dahingestellt.
Ohnehin ist zu bedenken, dass Flatrates seitens der Anbieter vermutlich auch in naher Zukunft nie so stark unters-tützt werden, wie gewöhnliche Tarife. Ziel ist oftmals einzig und allein, ein Vergleichsprodukt zur Konkurrenz zu haben, und nicht, dieses Produkt auch intensiv zu vermarkten. Denn eine breite Masse an Kunden, die Flatrates nutzen, bedeutet für den jeweiligen Anbieter nur eines: stagnierende Umsätze.