Hörspiel
Das Hörspiel ist eine Kunstform, die mit akustischen Mitteln arbeitet und somit an das Medium Radio gebunden ist, dessen besondere Gegebenheiten es hervorgebracht haben. Es wird ausschließlich und von Anfang an für die mediale Verbreitung (Sendung) geschaffen. Der Hörspielautor gestaltet sein Werk von vornherein im Hinblick auf die klangliche Realisierung und das Werk erhält seinen Kunstcharakter erst in der akustischen Manifestation.
Anders als das Feature, das dokumentarischen Charakter hat, oder das Hörbuch, das nur ein vorgelesenes Buch ist, welches keinen Gebrauch von szenischen Elementen macht, werden im Hörspiel fiktionale Texte inszeniert, womit eine enge Beziehung zum Medium des Films, bzw. des Bühnenschauspiels gegeben sind.
Seiner Natur nach ist das Hörspiel ausschließlich an den Ton gebunden und arbeitet somit ausschließlich mit Musik, Geräuschen und Sprache, wobei der Sprache eine ganz besondere Wichtigkeit zukommt.
Klassisches und experimentelles Hörspiel
Das klassische oder literarische Worthörspiel ist die dramatisierte Darbietung eines Textes mit verschiedenen Sprecherrollen, wobei Mittel wie Musik oder Geräusche eingesetzt werden, um bestimmte Effekte und Wirkungen zu erzielen. Aus dem klassischen Hörspiel heraus hat sich das experimentelle Hörspiel entwickelt, das die klanglichen Mittel einsetzt, um ein Werk zu schaffen, das nicht mehr handlungs- oder personenorientiert ist, sondern in dem die verschiedenen Bereiche zu einem akustischen Gesamtkunstwerk verbunden werden.
Ausblick
Die Zahl der eigens für das Radio geschriebenen Hörspiele nimmt seit geraumer Zeit immer mehr ab, dagegen lässt sich ein rapide steigender Anteil an Literatur-Adaptionen in Hörspielform feststellen. Sobald sich ein Buch als Bestseller herausstellt, wird möglichst zeitnah dazu das Hörbuch oder auch im Falle von Romanen ein Hörspiel produziert. „Der Herr der Ringe” oder „Die Päpstin” waren auch in der Hörspielfassung ein Verkaufsrenner.