Private Krankenversicherung
Eine private Krankenversicherung gibt es sowohl als Vollversicherung als auch als Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte.
Die private Kranken-Vollversicherung steht grundsätzlich nur bestimmten Personengruppen offen. Dies sind sowohl gut verdienende Angestellte und Beamte als auch Selbstständige und Freiberufler.
Wer als Angesteller in eine private Krankenversicherung wechseln will, muss eine bestimmte Verdienstgrenze überschreiten. Derzeit liegt diese bei einem Brutto-Monatsverdienst von 3.975 €. Selbstständige und Freiberufler können sich immer privat versichern, bei ihnen spielt die Höhe des Monatseinkommens keine Rolle.
Für Angestellte zahlt der Arbeitgeber grundsätzlich 50% des Mitgliedsbeitrages in der privaten Krankenversicherung. Selbstständige müssen den vollen Beitrag allein tragen.
Alle anderen Personen sind gesetzlich krankenversichert. Sie können jedoch eine private Zusatzversicherung abschließen, die bestimmte Finanzierungslücken der gesetzlichen Krankenversicherung ausgleicht. Dabei stehen verschiedene Bausteine zur Verfügung, die je nach den individuellen Bedürfnissen zusammengestellt werden können. So gibt es Ergänzungstarife für Zahnarztbehandlungen, für erhöhte Zuzahlungen bei Brillen und Kontaktlinsen oder zur Übernahme der Kosten einer Heilpraktikerbehandlung.
Eine private Krankenversicherung hat Vor- und Nachteile. Die Vorteile überwiegen meist bei jungen, gesunden und gut verdienenden Singles. Sie bezahlen nur einen relativ geringen Beitrag. Für ältere Personen, vor allem nach Vollendung des 40. Lebensjahres oder Personen mit Kindern lohnt sich der Wechsel in eine private Krankenversicherung meist nicht. Wer bestimmte Vorerkrankungen hatte oder chronisch erkrankt ist, muss sehr hohe Risikozuschläge zahlen oder wird in einigen Fällen sogar als Mitglied einer privaten Krankenversicherung abgelehnt.
Seit dem 1.7.2007 gibt es in der privaten Krankenversicherung einen so genannten Basistarif, der ähnliche Leistungen wie die gesetzlichen Krankenversicherungen anbietet. Dieser Basistarif wird am 1.1.2009 durch den Standardtarif abgelöst. Die Beiträge für diesen Tarif sind im allgemeinen höher als in anderen Tarifen, hier auch Personen mit Vorerkrankungen aufgenommen werden müssen, was für die privaten Krankenversicherer mit einem finanziellen Risiko verbunden ist, welches sie auf die Beiträge umlegen. In diesem Tarif entfallen jedoch persönliche Risikozuschläge.
Einen Vergleich von privaten Krankenversicherungen gibt es auf Memri.de.